Mehr zum Fronleichnamskelch

Der Kelch wirkt geradezu asketisch und besticht durch seine auf das Wesentliche beschränkte Funktionalität: runder, flacher Fuß mit einem schlichten, plastischen Kreuz, einfacher Rohrschaft, schmuckloser, zylinderförmiger Nodus sowie eine aufgesetzte Kuppa in Form einer geometrisch perfekten Halbkugel.

Dieser rein der Funktion dienende Aufbau wird nur durch das deutlich schmalere, kurze Schaftrohr unterhalb der Kuppa unterbrochen, was nach Schwerdts Verständnis einen kleinen schmückenden Akzent setzt.

Von dem Kelch sind sieben (Stand 2020) Exemplare bekannt, die sich nur in kleinen Details unterscheiden. Die Fotografie zeigt das Exemplar von St. Georg, Köln, aus dem Jahre 1934.

1937 wurde der Kelch im Rahmen des „Deutschen St. Michael-Altars” im „Pavillon Catholique Pontifical” auf der Pariser Weltausstellung mit dem Prix d’Honneur, d.h. der zweithöchsten Auszeichnung nach dem Grand Prix, ausgezeichnet.

Erstmals veröffentlicht wurde der Kelch in einem bebilderten Artikel, „Die Arbeiten der Kunstgewerbeschule Aachen” (Anton Schickel in: Die Form. Heft 21/22. Berlin), im Jahre 1930; dies ist die historisch erste Veröffentlichung einer Schwerdt’schen Sakralarbeit überhaupt. Dort heißt es: „Meßkelch, Silber vergoldet mit Bergkristallnodus / Entwurf: Schüler Fritz Schwerdt“.

Literatur (Auswahl):
SCHICKEL 1930, KUNSTGEWERBESCHULE AACHEN 1932A, KUNST-DIENST BERLIN 1937, GOERRES 1957, DENNHÖFER 1958, OELLERS 1982B, OELLERS ET AL. 1997, PETERS 2010
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Foto: Raphael Schwerdt